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Die bekannte und unbekannte Seite von Hans Peter Riegel

16.07.2020 10:55

Wir machen weiter mit unserer Serie: Wöchentlich stellt sich jeweils ein ADC Mitglied von einer überraschenden Seite vor, indem sie oder er etwas von sich preisgibt, das den meisten nicht bekannt sein dürfte. Diesmal: Hans Peter Riegel.

Die bekannte Seite:
Riverside AG, Chairman und Creative Director. Ausserdem Fotograf, Filmemacher, Autor und Medienkünstler. Studien: Visuelle Kommunikation, Kunstwissenschaft, Philosophie. ADC Mitglied seit 2019.

Die unbekannte Seite:  
Ich bin in Düsseldorf aufgewachsen und damit in einer Gegend, in der Fussball Religion ist. Fortuna, MSV Duisburg, Wuppertaler SV, Rotweiss Essen, Mönchengladbach, Köln, Leverkusen, Schalke, Bochum, Dortmund. 

In meiner Kindheit gab es kaum einen Tag ohne das wilde Gekicke auf staubigen Hinterhöfen. Mit elf Jahren meldete ich mich selbst in einem Arbeiterclub an, der für seine ruppige Spielweise bekannt war. Meine Eltern waren "not amused". 
 
Obwohl sich meine technischen Fähigkeiten zunächst als überschaubar erwiesen, liebten mich die Trainer. Weil ich lernen wollte, immer trainierte, immer fit und nie verletzt war. Ich war schneller, ausdauernder und härter als die anderen, angst- und schmerzfrei. Damit passte ich perfekt ins Anforderungsprofil meines Vereins, bei dem es um den oftmals blutigen Kampf auf den harten Aschenplätzen und nicht um Schönspielerei ging.

Schon mit Siebzehn debütierte ich in der ersten Mannschaft. Zwar hat es nicht zum Profi gereicht, aber zu höheren Spielklassen für Jugend und Amateure.
 
Sechs Jahre habe ich dann auch für die FCZ-Senioren in der Meisterklasse sowie in meiner langen Fussball-Karriere mit und gegen zahlreiche nationale und internationale Fussball-Legenden gespielt. Zudem war ich eine Zeit lang für den Bundesliga Verein HSV als Scout tätig.

Auch im Beruf war ich schon früh erfolgreich und ich mache weiterhin ambitionierte Sachen. Der Fussball ist mir auf diesem Weg nie abhandengekommen. Ich habe keine Saison verpasst und spiele immer noch auf dem höchsten Niveau meiner Altersklasse beim Erstligaclub SV Höngg. 

Der Fussball hat also eine besondere Bedeutung für mein Leben. Zum einen, weil ich ein begeisterter und ambitionierter Sportler bin (auch in anderen Disziplinen). Zum anderen natürlich, weil ich dieses Spiel liebe, das kreativ und inspirierend ist - wenn man es versteht. 

Vor allem ist dieser Sport wichtig für mich, weil er Realität vermittelt. Denn Fussball ist klassenlos. Es kommt nicht darauf an, woher du kommst, ob du wohlhabend oder arm bist, was du im eigentlichen Leben machst: „Entscheidend is' auf’m Platz“, so das legendäre Bonmot des ebenso legendären Spielers Adi Preissler. 

Darum geht es doch: Ich muss überzeugen, den Respekt der Mannschaft erwerben, weil ich mich ins Team integriere, sportlich und menschlich, weil ich meine Leistung bringe, weil ich gute Spielideen habe, weil ich kämpfe und nie aufgebe, weil ich fair bin. Wenn man sich auch im "wirklichen Leben" orientieren und durchsetzen will, ist der Fussball eine gute Schule.

Letztendlich, weil es wohltuend und bereichernd ist, regelmässig mit Menschen zusammen zu sein, die eine andere Lebensrealität haben, als man selbst. Wenn man gemeinsam mit Handwerkern, Lehrern, Krankenpflegern oder Polizisten auf dem Platz kämpft und nachher beim Bier zusammensitzt.   

HP